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Ein Beruf mit vielen Facetten

Vielen Branchen fehlt es an Fachkräften. Die Betreuung behinderter Menschen bildet keine Ausnahme. Im Katharinenhof nimmt man die Ausbildung komplett in die eigene Hand und leistet sich die Fachschule für Heilerziehungspflege.

In der Serie »Azubis der Lausitz« stellte der WochenKurier junge Menschen vor, die in der Region ins Berufsleben starten. Auch die Diakonie Oberlausitz meldete sich bei uns. Die Serie ist zwar bereits beendet, wir wollten trotzdem wissen, was den Beruf des Heilerziehungspflegers ausmacht und haben uns am Katharinenhof mit Julia Kaas und Kim Thiele getroffen. 

Sich nach der Schule für den passenden Berufsweg zu entscheiden, fällt manchem jungen Menschen schwer. Bei Julia Kaas lief das unkompliziert. Nach dem Abitur machte die junge Frau ein FSJ in der Behindertenhilfe. Von da an war ihr klar, dass sie auch in Zukunft in diesem Bereich arbeiten wollte. Sie schickte eine Bewerbung an die evangelische Fachschule und lernt aktuell im dritten Lehrjahr Heilerziehungspflegerin. 

Fachkräfte fehlen

Für das Diakoniewerk Oberlausitz ein Glücksfall. Wie in anderen Unternehmen auch, bekommt man auch hier den Fachkräftemangel immer stärker zu spüren. Der Vorteil des Diakoniewerks: Im Hauptsitz am Katharinenhof in Großhennersdorf hat man mit der evangelischen Fachschule für Heilerziehungspflege die Ausbildung der Nachwuchskräfte komplett in eigener Hand. »Heilerziehungspfleger ist ein toller Beruf mit vielen Facetten, allerdings kennen ihn noch viel zu wenig Menschen«, sagt Ina Kerkhoff. Sie ist Referentin für Öffentlichkeitsarbeit beim Diakoniewerk Oberlausitz. 

Heilerziehungspfleger unterstützen Menschen mit Behinderung pflegerisch und pädagogisch. Themenbereiche bei der Ausbildung sind unter anderem Psychologie, Pädagogik, und Medizin. Nach erfolgreichem Abschluss finden Heilerziehungspfleger beispielsweise in stationären und teilstationären Einrichtungen (Heime, Kliniken, Tagesstätten), Förderschulen, integrativen Kindergärten oder Privathaushalten eine Anstellung.

Der Umgang mit behinderten Menschen fällt dem ein oder anderen anfangs schwer. So ging es auch Kim Thiele. Sie ist gelernte Industriekauffrau, hat auch in dem Beruf gearbeitet. Glücklich machte sie das nicht. Sie wollte mit Menschen arbeiten, Heilerziehungspflegerin werden. Der Plan stand schon in ihrer Heimat Plauen. Als sie schließlich der Liebe wegen nach Zittau zog, fasste sie sich ein Herz. »Ich hatte vorher noch nie mit behinderten Menschen zu tun«, erinnert sich Thiele an die Anfänge der Ausbildung. »Man konnte sich aber super an den anderen Mitarbeitern orientieren, die einem auch helfen.« Nach wenigen Wochen war alle Scheu verflogen. 

Das kann Schulleiter Daniel Hösel bestätigen. »Natürlich gibt es bei manchen Bewerbern zu Beginn etwas Unsicherheit. Das ist völlig normal. Ich habe aber noch nie erlebt, dass jemand die Ausbildung deswegen abgebrochen hat.« Maximal 22 Schüler pro Lehrjahr können am Katharinenhof zum Heilerziehungspfleger ausgebildet werden. Die Ausbildung dauert drei Jahre. Momentan hat die Schule 42 Schüler, es sind also noch Plätze frei. Auch für das kommende Schuljahr sucht die Diakonie noch Bewerber. Wer Interesse hat, findet unter www.diakoniewerk-oberlausitz.de weitere Infos. 

 „Quelle: WochenKurier“ 

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